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Praktikumsberichte

Einführung

An dieser Stelle möchten wir gerne einige Erfahrungen von Schülern, die an einer der Schulen der "Mekaela Academies" ein Praktikum absolviert haben, mit Euch teilen ...

1. Bericht

Ich hab mein Praktikum an der Lulu Highschool gemacht und deshalb kann ich zu den Grundschulen nicht so viel sagen. Zwar war ich auch des Öfteren an der LPS, doch konnte ich dort nicht das Unterrichtsgeschehen miterleben. An der Lulu Highschool wird schnell deutlich, dass die Schüler ihre Schulzeit ernst nehmen müssen und nicht viel Zeit für Spaß und Freizeit da ist.

Die Schüler sind in einem Internat, und lernen im Idealfall von morgens bis abends. Aufgestanden wird um 4.00 Schlafenszeit ist ab 21.00Uhr. Während der Unterrichtsfreienzeit wird viel auf die Selbstständigkeit der Schüler geachtet und sie haben in ihrer Klasse Stillarbeit (zum Beispiel Hausaufgaben) zu erledigen. Es gibt acht Klassen an der Lulu High, wobei es sich um die Jahrgänge 1 bis 4 (bei uns 9 bis 12) handelt, jeweils in Mädchen und Jungen getrennt. Es gibt wie in Deutschland Klassensprecher und Klassenbesten. Die Klassensprechen haben für Ordnung zu sorgen. Ordnung und Disziplin ist das wichtigste an der Schule und für Nichteinhaltung der Regeln gibt es Bestrafungen.

Jeden Montag und Freitag gibt es Assemlys, in denen Organisatorische Dinge angesprochen werden und um Ordnung und Disziplin gebeten wird. Aber auch besondere Leistungen von Schülern werden genannt, denn die Leistung der Schüler ist das allerwichtigste. Die Schule hat Stipendien eingeführt, für die Besten einer Klasse. Mit diesen Stipendien wird z.B. das Unterrichtsmaterial finanziert. Für die Schüler ist es Ansporn, wenn ihnen Geld als Belohnung gestellt wird, denn für die meisten ist es nicht selbstverständlich, eine Weiterführende Schule besuchen zu dürfen. Gerade wenn es auf die KCSE- Prüfungen (vergleichbar mit unserem Zentralabitur) zugeht, steigt der Leistungsdruck der Schüler. Hat eine Schule gute Schüler, ist die Schule gut. In Kenia gibt es eine Rangliste der Besten Schulen, je nach Durchschnitt der Abschlussprüfungen. Um möglichst weit oben auf dieser Liste zu stehen, unterstützt die Schule ihre Schüler sehr. Es gibt zusätzliche Stunden in den Prüfungsfächern, gutes Material wird kopiert und den Schülern zum Lernen gegeben und die Schüler können jederzeit zu den Lehrern gehen und sie um Hilfe bitten.

Für die Lehrer ist die Phase vor den Klausuren natürlich auch sehr arbeitsintensiv. Doch hier gilt fast das gleiche Spiel, wie bei den Schülern. Sind die Schüler gut, waren die (Klassen-)Lehrer gut und diese gewinnen an Anerkennung. Allgemein ist in Kenia der Beruf als LehrerIn nicht sehr beliebt. Die Lehrer haben lange Arbeitszeiten (7.00 bis min. 17.30 Uhr von MO-FR und am SA 8.00 bis 14.00 Uhr) und werden im Verhältnis schlecht bezahlt. Grundschullehrer verdienen im sogar mehr, als Highschoollehrer. Doch es beschwert sich keiner, denn jeder ist Froh eine Arbeit zu haben. Umso bewundernswerter ist es, wie sehr sich die meisten Lehrer engagieren. Ich denke die Schulen der Mekaela Academies sind bereits durch zahlreiche Unterstützung gut ausgestattet und grenzen sich somit von den staatlichen Schulen ab. Dennoch gibt es viele kleine Dinge, die hier und da mal fehlen und zur Instandhaltung immer wieder Geld benötigten. Die Klassenräume sind eher spartanisch ausgestattet, Stühle sind genau auf die Schüleranzahl abgezählt, der Lehrer hat oft keinen Tisch im Klassenraum.

Das Essen ist nicht sehr ausgewogen, die Dorms (Schlaf- und Waschräume) sind nur mit dem nötigstem ausgestattet. Für den Schüler ist es also schwer mal abzuschalten und zu entspannen. Ich finde es gut, wie die Schule versucht neue Medien zu benutzen und die Schüler an Computer in einem eigenen Unterrichtsfach heranführen zu versucht. Eine Internetverbindung ist dennoch nur selten zu finden, und eine konstante Stromversorgung ist leider auch nicht gegeben. Die Unterrichtsräume sind oben nicht von einander getrennt, sodass sie sich alle ein gemeinsames Dach teilen. Es erschwert die Unterrichtsbedingen, wenn man immer hört, was in den Nachbarräumen passiert. Doch wenn ich richtig informiert bin, sind Trennwände bis unters Dach geplant. Gewundert hat es mich, dass man nicht versucht erneuerbare Energien zu nutzen.. Das Kochen des Essens könnte über Solarherde einfacher gehen, als an der Feuerstelle und auch Solarzellen zur Stromnutzung. Doch das nur als kleine Anregung. Bei Mekaela Academies steht der Bau einer weiteren Grundschule in Ukunda an und zusätzlich starten erste Pläne in Sambia ein Schulprojekt zu starten. Ansonsten fällt mir nun auch nichts mehr ein. Die Menschen waren alle freundlich zu mir und ich kann einen Besuch Vorort nur wärmstens empfehlen.